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Heimat verbindet“

28. Flatower Heimattreffen vom 22. – 24. Mai 2009 in Gifhorn mit über 130 Gästen

Der Heimatkreis Flatow lud zum 28. Mal in den Patenkreis Gifhorn ein und viele Teilnehmer und Gäste aus nah und fern kamen, Über 130 waren es, die an den Veranstaltungen im Bürgerschützensaal, im Gifhorner Schloss und dem Gifhorner Rathaus teilnahmen, und dies obwohl das Wochenende im Zeichen vieler anderer großer Ereignisse stand: Bundespräsidentenwahl in Berlin, Deutscher Evangelischer Kirchentag in Bremen, 60 Jahre Grundgesetz, Entscheidung um die Deutsche Fussballmeisterschaft im nahegelegenen Wolfsburg. “ Und wir setzen  mit dem 28. Flatower Heimattreffen noch eins drauf“, betonte HKA-Vorsitzender Rolf-Peter Wachholz.  Neben Heimatfreunden aus ganz Deutschland waren aus Polen  Andrzej Lawniczak vom Landkreis und  Sylvia Mrzow von der Stadt Zlotow (Flatow) sowie eine Abordnung der Deutsch-Sozialkulturellen Gesellschaft Schneidemühl, Ortsgruppe Flatow,  gekommen. Landrat Dr. Miroslaw Jaskolski und Bürgermeister Stanislaw Welniak waren kurzfristig aus persönlichen Gründen verhindert. Das Treffen begann mit einem Empfang des Heimatkreistages und des Landkreises Gifhorn im Kaminraum des Gifhorner Schlosses. Der stellvertretende Landrat Werner Warnecke begrüßte die Gäste und betonte, dass die Patenschaft zwischen dem Landkreis Gifhorn und dem Heimatkreis Flatow seit 1955 bestehe und es ein gutes Zeichen sei, dass seit einigen Jahren auch Gäste aus Polen mit teilnähmen. HKA-Vorsitzender Rolf-Peter Wachholz dankte für die wie immer freundliche Aufnahme in Gifhorn. Anschließend ging es in den Bürgerschützensaal zur ersten Begegnung  und zum gemütlichen Beisammensein. Ebenfalls fand dort die Mitgliederversammlung der Flatower Vereinigung unter ihrem Vorsitzenden Günter Stelte statt. Für langjährige Verdienste wurden  Johannes Schley und Geschäftsführerin Erika Salzsieder geehrt.

Der zweite Tag stand ganz im Lichte eines umfangreichen Programms: Empfang beim Bürgermeister der Stadt Gifhorn, Manfred Birth, Feierstunde im Rittersaal des Gifhorner Schlosses, Besuch der Flatower Heimatstube, Treffen im Bürgerschützensaal, Büchertisch, Diavortrag  Entwicklung 100 Jahre Flatow, Präsentationen am PC, Möglichkeit der Ahnenforschung,  Königs-/Pokalschießen, Festabend ‚Wahl des Heimatkreistages und des Heimatkreisausschusses.

In das Gifhorner Rathaus lud Bürgermeister Manfred Birth traditionell die Gäste ein. Er unterstrich die Bedeutung, die die Heimatvertriebenen nach dem Kriege auch für die Region Gifhorn/Wolfsburg gehabt hätten. Er, Birth, selbst in Ostpreußen geboren, wisse, was Verlust der angestammten Heimat bedeute, rief aber auch zur Verständigung mit der heute dort lebenden Bevölkerung auf. Die Stadt Gifhorn sei mit den Flatowern nach wie vor eng verbunden. Er gehe davon aus, dass die Flatower auch weiterhin gern nach Gifhorn kommen würden.  Nach dem Empfang im Rathaus konnte der stellvertetende Landrat Werner Warnecke aus Gifhorn viele Gäste aus Politik, öffentlichem Leben und eben auch die vielen Flatower begrüßen. Er versprach, dass der Landkreis Gifhorn auch weiterhin verlässlicher Partner für den Heimatkreis bleiben werde und überbrachte beste Wünsche der Landrätin Marion Lau, die aus persönlichen Gründen im Ausland weilte. HKA-Vorsitzender Wachholz dankte Landkreis und Stadt Gifhorn, sowie auch besonders der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg und den vielen  Helfern vor und hinter den Kulissen für die Unterstützung, ohne die eine solche Veranstaltung nicht durchführbar sei.  Ganz besonders freue ihn, dass trotz des Fehlens von Dr. Jaskolski  und Bürgermeister Welniak eine Delegation aus dem heutigen Flatow den weiten Weg nach Gifhorn gefunden habe. Maria Meinecke vom Landkreis Gifhorn dolmetschte gekonnt wie in den Jahren zuvor. Wachholz ließ es sich allerdings nicht nehmen, die polnischen Gäste in polnisch mit einem herzlichen „Witamy w Gifhorn“ (Willkommen in Gifhorn) zu begrüssen . In seinem Grußwort  wies er auf das Motto der letzten Sitzung des Pommerschen Kreis- und Städtetages (PKST) im März 2009 hin: „Heimat verbindet“. Dieses Motto gelte auch für die vielfältigen Aktivitäten von Heimatkreis, Landkreis und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, die von dem ehemaligen  Ersten Kreisrat Gero Wangerin aus Gifhorn ins Leben gerufen wurde. Krieg, Flucht und Vertreibung dürften sich nicht wiederholen. Das müsse das Ziel aller Anstrengungen in einem ehrlichen Dialog sein. Man könne sich heute in Europa frei bewegen und lebe in Sicherheit. Es gelte, in einem geeinten Europa weiter stabilisierend zu wirken. Dazu trage auch eine solche Veranstaltung wie das Flatower Heimattreffen und seine ausgehenden Impulse bei.

Mit Spannung wurde der vielbeachtete Festvortrag von Dr. Dieter Radau, Vorsitzender der Pommerschen Delegiertenversammlung, erwartet. Er wies darauf hin, dass der Begriff Heimat nicht teilbar sei. „Durch Flucht und Vertreibung hätten wir unsere Heimat verloren, aber unsere Verwurzelung in ihr ist  geblieben, auch 60 Jahre danach.“  Dr. Radau unterstrich die Bedeutung der Kontakte auf menschlicher, verbandlicher und kommunaler Ebene und bezog  damit auch die Aktivitäten des Heimatkreises Flatow und des Landkreises Gifhorn ein. . Das Verbundensein mit der Heimat habe Erich Kästner  in die Worte gefasst.“Man kann die Menschen aus der Heimat vertreiben, aber nicht die Heimat aus den Menschen.“  Mit Blick auf die Geschichte erinnerte  Dr. Radau daran, dass allein in der Zeit von 1150 bis 1360 in  Pommern 70 Städte mit Stadtrecht und etwa 1000 deutsche Dörfer gegründet worden seinen. 1818 wurde Pommern Provinz des Königreiches Preußen, übrigens im Jahr der Schaffung des Kreises Flatow.  Als bedeutende Pommern nannte er u, a, Ernst Moritz Arndt, Caspar David Friedrich, Heinrich Stephan, Otto Lilienthal, Paul Nipkow  und Hans Bredow.  Er verwies aktuell  weiter auf eine Ansprache  der Präsidentin des Pommerschen Kreis- und Städtetages, die anlässlich der 700.Jahr-Feier der Stadt Naugard am 30. April 2009 gesagt habe,“ dass uns mit den heutigen Bürgern noch mehr verbinden würde ,  wenn wir die Stadt Naugard, heute Nowogard, als unsere gemeinsame Heimat akzeptieren würden“. In diesem Zusammenhang erinnerte der Festredner an die Ansprache des heutigen Flatower  Bürgermeisters Stanislaw Welniak, der  am 22. Juni 1996 anlässlich der Enthüllung des Gedenksteines am Evangelischen Friedhof in Flatow gesagt hatte:“ Als Zeichen  der Dauerhaftigkeit enthüllen wir dieses Denkmal,  das an die Menschen erinnern soll, die hier lebten und strebten, für die das heutige Zlotow Flatow ist… Die Sympathie, die Ihnen hier in dieser Stadt entgegengebracht wird, zeugt von einer Wirklichkeit, zeugt davon, dass nur durch Verständigung und Dialog die Zukunft frei von Feindschaft, Vorurteilen und Abneigung gebaut werden kann. Ich denke, dass wir alle so eine Zukunft in Europa anstreben sollten.“    Dr. Radau schloss mit einem Zitat aus dem Manifest der Pommern vom 28. Mai 1973: „Wir Pommern wissen, dass dem polnischen und dem deutschen Volke nicht vergessenes Unrecht zugefügt worden ist. Wir wissen aber auch, dass nicht das Verharren in der Erinnerung an Leid und Unrecht den Weg für eine bessere Zukunft ebnet, sondern der gemeinsame Wille, das Recht zu achten und so künftige Aufgaben zu meistern. Wir haben erfahren, dass wir lernen, uns zu verstehen.“

 Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung  am Flügel von der jungen Pianistin Thi Minh-Thi Do von der Musikschule des Landkreises Gifhorn. Superintendent Michael Thiel gedachte der Toten von Krieg, Flucht und Vertreibung.  Die Feierstunde klang mit dem Absingen des Pommernliedes und der dritten Strophe des Deutschlandliedes aus, Anschließend wurde der Toten , einschließlich der jüngst verstorbenen Landsleute,   mit einer Kranzniederlegung in der Schlosskapelle an der Glocke der Kirche von Tarnowke gedacht. Einen regen Zulauf registrierte dann die geöffnete Heimatstube im Museum. Viele Heimatfreunde stöberten in den Unterlagen und bestaunten die Exponate.  Gut besucht war dann im Bürgerschützensaal  auch der Diavortrag von Johannes Sc hley zur Entwicklung 100 Jahre Flatow, ebenso wie das Angebot von Helmfried Brünnert, am PC nach Ahnen und Adressen zu  forschen. Auch bestand die Möglichkeit, eigene Bilder mittels PC zu präsentieren.

Zum  Festabend konnte HKA-Vorsitzender Wachholz  neben den vielen Teilnehmern und Ehrengästen auch eine Abordnung des 6. Zuges des Bürgerschützenkorps Gifhorn , zu dem traditionsgemäß gute Kontakte bestehen, begrüßen.  Der Zugführer Horst Ganz  trat übrigens noch am Abend mit seiner Ehefrau der Flatower Vereinigung bei. Als älteste Teilnehmerin hieß Rolf-Peter Wachholz Frau Erna Schmidt, geboren  in Grunau, geb. 21. 1. 1923, die den weiten Weg aus Rheinland-Pfalz mit der Bahn nicht gescheut hatte, willkommen.

Mit der silbernen Ehrennadel des Heimatkreises wurden Maria Meinecke vom Landkreis Gifhorn und Rolf-Peter Wachholz,  Vorsitzender des Heimatkreisausschusses seit 2005, ausgezeichnet. Helmfried Brünnert erhielt für seine Verdienste die Ehrennadel in Gold. Maria Meinecke,  ist seit Jahren im m Landkreis Gifhorn tätig und  fungiert u. a. als Ansprechpartnerin des Heimatkreises.  Auch bei der Vorbereitung der Heimattreffen ist sie „als rechte Hand der Landrätin Marion Lau in Fragen des Heimatkreises“  nicht wegzudenken.  Helmfried Brünnert hat nicht nur zwei bemerkenswerte Bücher über seinen Heimatort Kölpin mit darüberhinausgehendem Anspruch   geschrieben, sondern er wirkt entscheidend auch  an der elektronischen Aufarbeitung der Heimatkreiskartei mit. Rolf-Peter Wachholz  bestimmt als Vorsitzender des Heimatkreisausschusses (HKA) seit 2005 die Geschicke des Heimatkreises. Er dankte den Mitgliedern, die nicht mehr für die Wahl des Heimatkreistages zur Verfügung standen, und zwar Toni und Johannes Schley, Waltraud Bäse, Werner Buchholz, Frank-Rainer Seelert, Christine Splett-Henning, Kurt Kasan.

Anschließend folgte die Ehrung der besten Schützen des Pokalschießens und die Proklamation des neuen Schützenkönigs mit Andermännern. Den Flatower Pokal holte sich Jörg Werthmann, auf den weiteren Plätzen folgten Gerhard Byzio, Wilfried Wollschläger, Horst Ganz, Günter Knispel, Norbert Manske, Horst Müller, Hans Trippler, Dieter Sengpiel, Günter Stelte. Neuer Flatower Schützenkönig wurde Horst Müller (Deutsch-Fier), erster Andermann Karl-Friedrich Dobberstein (Lugetal), zweiter Andermann  Joachim  Zdrenka (Schwente). Anschließend wurden bis Mitternacht noch viele Erfahrungen ausgetauscht, geklönt oder aber das Tanzbein geschwungen.

Der Sonntag begann mit den Gottesdiensten in den Kirchen St. Nicolai und St. Altfrid  in Gifhorn. Anschließend tagte der neu gewählte Heimatkreistag. Ihm gehören als gewählte Mitglieder an: Rolf-Peter Wachholz (Eltern Lanken), Karl-Friedrich Dobberstein  (Lugetal), Bernehard Pukall (Sreinthal), Günter Stelte  (Radawnitz), Erika Salzsieder(Ehemann Kappe), Gunter Wachholz (Eltern Lanken), Helmfried Brünnert (Kölpin), Gisela Manske (Blankwitt), Alfred Neumann (Pottlitz), Joachim Döring (ehem. Landkreis Gifhorn) Horst Lippert (Eltern Groß Friedrichsberg), Günter Knispel (Deutsch-Fier), Ursula Pukall (Ehemann Steinthal), Hans Wiese (Kölpin).

Als Vorsitzender  des Heimatkreisausschusses wurde Rolf-Peter Wachholz von den Mitgliedern für weitere vier Jahre im Amt bestätigt, ebenso wie Karl-Friedrich Dobberstein als Heimatkreisbearbeiter und Bernhard Pukall als Schatzmeister. Neuer Kulturreferent und auch zuständig für die Heimatkreiskartei  ist Helmfried Brünnert. Weiterhin gehört dem engeren Vorstand Günter Stelte  als Beisitzer an.

Vorsitzender Wachholz dankte zum Schluss des Treffens nochmals allen Helfern und Unterstützern  und bat um Verständnis dafür, wenn nicht jeder Wunsch sofort erfüllt werden konnte. Er zog mit dem Vorstand ein positives Fazit: „Wir haben viel Zuspruch, konstruktive Vorschläge und auch Bereitschaft zum persönlichen Engagement vernommen und sind sicher, dass wir uns in zwei Jahren wieder in Gifhorn treffen werden. Bis dahin sollten wir die Kontakte pflegen, neue knüpfen und das kulturelle Erbe bewahren und weitertragen.“  Der  Heimatkreisstube gilt in den kommenden Monaten besonderes Augenmerk. Zum einen wurden Gespräche mit dem Landkreis Gifhorn über die Zukunft der Stube und dessen Exponate geführt, zum anderen soll die Stube öfter zugänglich sein. Dafür konnten Dieter und Gerda Sengpiel gewonnen werden.  Näheres wird zu gegebener Zeit noch bekanntgegeben werden. Einen herzlichen Gruß nach Flatow (Zlotow) und auf Wiedersehen spätestens 2011 in Gifhorn!