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Bericht Flatower Heimattreffen 2011

 

29. Patenschaftstreffen der Flatower in Gifhorn

 

Zum 29. Mal trafen sich wie immer seit 1955 alle zwei Jahre in Gifhorn Bewohner des Lankreises Flatow der ehemaligen Grenzmark Posen/Westpreußen/Pommern. Ca. 150 Flatowerinnen  und Flatower einschlilich Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet und Polen hatten den Weg in die niedersächsische Kreisstadt gefunden.

 

Beim Empfang des Heimatkreistages und des Landkreises Gifhorn konnte Heimatkreisausschussvorsitzender (HKA) Rolf-Peter Wachholz und die Gifhorner Landrätin Marion Lau u. a. den heutigen Flatower Landrat Ryszard Golawski, seinen Beigeordneten für Wirtschaftsförderung, Herrn Malichewski, den Ratsvorsitzenden der Stadt Stanislaw Pikulik (Bürgermeister Stanislaw Welniak war terminlich verhindert) die Ratsfrau Marola Wegner, Janusz Justyna von der dortigen Wochenzeitung sowie den Vorsitzenden der Deutsch-Sozialkulturellen Gesellschaft Schneidemühl, Ortsgruppe Flatow, Klemens Mrela, mit Mitgliedern begrüßen. Ebenfalls waren bei der Begrüßung mit anwesend Bürgermeister Manfred Birth aus Gifhorn sowie die Kreistags- und ehemalige Europaabgeornete Eva Klamt.

 

Am Sonnabend, dem 4. Juni fand zunächst ein Empfang im Gifhorner Rathaus durch Bürgermeister Manfred Birth statt. Birth, selbst in Ostpreußen geboren, würdigte noch einmal die Leistung der Vertriebenen beim Wiederaufbau in der Bundesrepublik Deutschland und verwies auf die vielen Verbindungen zwischen Gifhornern und Flatowern nach Gifhorn. HKA-Vorsitzender Wachholz dankte Birth, der im Herbst aus Altersgründen nicht mehr für eine Wiederwahl ansteht, für seine langjährige Unterstützung der Flatower und überreichte Birth eine Uhr mit Flatower Wappen ,ein Exemplar des wiederaufgelegten Heimatbuches von Flatow und eine Flasche Wein. Danach erfolgte die Feierstunde im Rittersaal des Gifhorner Schlosses mit anschließender Kranzniederlegung in der Schlosskapelle.

 

Landrätin Marion Lau begrüßte alle Gäste, darunter auch den Landtagsabgeordneten Detlef Tanke. Sie wünschte dem schwer erkrankten ehemaligen Gifhorner Oberkreisdirektor Dr. Lembke, der die Flatower zu seiner Amtszeit stets unterstützt hatte, gute Besserung. In ihrer Begrüßung sicherte Frau Lau dem Heimatkreis weiterhin Unterstützung durch den Landkreis Gifhorn zu. Sie setze zudem auch zukünftig auf  die Zusammenarbeit mit den heute in Flatow politisch Verantwortlichen, der Belkerung, insbesondere der Jugend. Die vertragliche Sicherung der Heimatstube bzw. seiner Exponate auch in der Zukunft sei ein richtiger und wichtiger Schritt gewesen, um auch den Nachkommen noch Zeugnis geben zu können. HKA Vorsitzender Wachholz dankte dem Landkreis Gifhorn, der Stadt und auch der Kreissparkasse Gifhorn-Wolfsburg für die Unterstützung der alle zwei Jahre stattfindenden Patenschaftstreffen. Er betonte in seiner Begrüßung: „Nur wer sich erinnert, ist in der Lage, die Zukunft verantwortungsvoll mitzugestalten.“  und erklärte, dass die vertrauensvolle Zusammenarbeit in einem zusammenwachsenden Europa ein Beitrag zu Frieden und Toleranz sei. Die Arbeit stehe mit der Patenschaft des Landkreises Gifhorn zum Heimatkreis Flatow, der Flatower Vereinigung, dem Deutsch-Polnischen Freundeskreis und der Verbindung der beiden heutigen Landkreise Gifhorn und Zlotow auf einem guten Fundament. Kontakte auf allen Ebenen würden geknüpft bzw. gehalten. Man müsse weiter im ehrlichen Dialog miteinander bleiben.  Landrat Golawski sagte, dass er auch jetzt als amtierender Landrat immer wieder gern nach Gifhorn komme und wisse die Gastfreundschaft der Gifhorner und des Heimatkreises  Flatow zu schätzen (Anmerkung: R. Golawski ist im Stherbst letzten Jahres zum Nachfolger von Dr. Jaroslaw Jaskolski ernannt worden, dem an dieser Stelle noch einmal für seine langjährige Verbundenheit und Unterstützung gedankt sei). Der Landrat unterstrich die guten Verbindungen zum Heimatkreis und zu Gifhorn und forderte alle Anwesenden zum Besuch der alten Heimat auf. Man habe vieles wieder in einen schönen baulichen Zustand versetzt und werde dies weiter tun. Fragen nach der Geschichte und den Wurzeln gäbe es auf deutscher und auf polnischer Seite. In einer Zeit des Internets, der offenen umspannenden Kommunikation sei es  umso wichtiger, in Kontakt zu bleiben.

 

Den Festvortrag hielt die Präsidentin des Pommerschen Kreis- und Städtetages (PKST),  Frau Margrit Schlegel. Dem PKST gehören derzeit 27 Heimatkreise an. Frau Schlegel plädierte für den Erhalt der Heimatstuben, um das kulturelle Erbe auch für die Nachwelt zu erhalten, Heimat insoweit erlebbar zu machen. Sie lobte die vielltigen Aktivitäten des  Heimatkreises Flatow, insbesondere auch die in Angriff genommene Digitalisierung des Heimatgutes und dessen langfristige Sicherung in Gifhorn. Weiterhin sprach sie sich erneut dafür aus, Brücken zu bauen zu den polnischen Nachbarn. Sie lobte ausdrücklich die Verständigungsarbeit mit den heute in unserer Heimat lebenden Menschen und begrüßte ausdrücklich die Anwesenheit der Vertreter des heutigen Flatow bei diesem Patenschaftstreffen. Sie erwähnte auch die herzliche Aufnahme einer Gruppe des Pommerschen Kreis- und Städtetages im letzten Oktober in Flatow. Der sehr persönliche Empfang im dortigen Landratsamt und Rathaus durch Landrat und Bürgermeister sei allen in bester Erinnerung geblieben.

 

Was die Arbeit der Heimatkreise betreffe, sei Problem, dass die Erlebnisgeneration immer weiter zurückgehe, umso mehr müssten die Aktivitäten darauf gerichtet sein, der Nachwelt Zeugnisse zu hinterlassen. Der Weg der Sicherung der Heimatstuben und der Bewahrung des Kulturgutes verbunden mit einer breiten Zugänglichkeit für alles Interessierten sei ein richtiger Weg.

 

Der stellvertretende Superintendent Stephan Eimterbäumer sprach Worte der Besinnung und stellte den Bezug zwischen christlichem Glauben und dem Heimatgedanken einfühlsam dar. Das Gedenken sei nicht nur im Glauben wichtig, sondern auch im Leben insgesamt. Die Geschichte des ehemaligen Kreises Flatow habe 1955 hier in Gifhorn eine Verankerung gefunden. Die Erinnerung habe einen Ort bekommen. Mit dem Heimatkreis, den Patenschaftstreffen werde das Leben der Deutschen im Kreise Flatow als Teil der Geschichte bewahrt. Er erinnerte auch an die „Gefallenen und auf der Flucht Verstorbenen des Kreises Flatow, so wie die Inschrift auf der Gedenktafel in der Gifhorner Schlosskapelle laute. „Die Geschichten der Opfer des Krieges - damit meine ich die Opfer auf allen Seiten – verdienen dokumentiert zu werden“ fuhr der stellvertretende Superintendent fort. Er schloss  mit den Worten.“ Als Christen vertrauen wir, dass bei Gott alles aufgehoben ist. Die Namen der Gefallenen, der auf der Flucht Verstorbenen und aller Opfer des Krieges sind im Himmel aufgeschrieben. Auch die reiche Geschichte des ehemaligen Kreises Flatow – bei Gott ist sie in Fülle bewahrt. Sie ist in seine Erinnerung eingeschrieben.“

 

Danach wurde das Pommerlied und die 3. Strophe des Deutschlandliedes gesungen.Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt von der jungen Pianistin Yilun Ruan von der Kreismusikschule Gifhorn, die viel Applaus und aus der Hand von HKB Friedrich Dobberstein einen Blumenstrauß zum Dank für ihre eindrucksvollen Darbietungen erhielt.

 Bei der Kranzniederlegung in der Schlosskapelle an der Gedenktafel und der Glocke von Tarnowke wurde mit einem gemeinsamen Vaterunser der Toten gedacht. Danach wurde zahlreich vom Besuch der geöffneten Heimatstube Gebrauch gemacht. Anschließend ging es zum geselligen Beisammensein, zum Schießen und zu einem Vortrag von Kulturreferent Helmfried Brünnert zum Thema  „Präsentation der digitalen Archive des Heimatkreises Flatow“ in den Bürgerschützensaal. Außerdem wurde die cherecke eröffnet. Prof. Dr. Joachim Zdrenka stellte seine cher, insbesondere die Neurscheinungen über Gefallene des Ersten und Zweiten Weltkrieges vor.

 

Auch die Flatower Chroniken von Erwin Hoffmann stießen auf reges Interesse. Dass das vergriffene Flatower Heimatbuch jetzt wieder als Reprint zu erhalten ist,  wurde begrüsst. Am Abend wurden dann die Sieger des Preisschießens und die Proklamation des Schützenkönigs vorgenommen. Sieger im 'Preisschießen wurde Ernst Bublitz (Linde), den zweiten Platz belegte seine Ehefrau Monika Bublitz. Der 3. Platz ging an Horst Ganz von den befreundeten Gifhorner Schützen. Den bisherigen Flatower Schützenkönig Horst ller (Flatow) löste Regina Erbe aus Torgelow ab. Ihr Ehemann Ulrich Erbe begleitet sie die nächsten zwei Jahre als 1. Andermann. 2. Andermann wurde Gunter Wachholz (Großeltern Lanken).

 

Für Verdienste um den Heimatkreis wurden  mit der Flatower Ehrennadel  in Silber geehrt: Bernhard Pukall, Horst Lippert, Günter Knispel, die die Digitalisierung und die Neuordnung der Heimatstube in vielen Stunden in Angriff genommen haben, Prof. Dr. Joachim Zdrenka (Historiker mit vielen Flatower Publikationen)  und Gunter Wachholz. Die Ehrennadel in Gold nahm Vorsitzender Rolf-Peter Wachholz vom Heimatkreisbearbeiter Karl-Friedrich Dobberstein entgegen.

 

Als älteste Besucherin wurde Frau Dr. Ruth Klaus,  am 7. 6. 1922 in Flatow geboren, ermittelt. Heinz Podlaß, Jahrgang 1925, ebenfalls alter  Flatower,  konnte auf eine besondere Bilanz zurückblicken: Er hat alle 29. Patenschaftstreffen der Flatower besucht und will, so es die Gesundheit zulässt, auch zum 30. Treffen im Frühjahr 2013 nach Gifhorn kommen.

Der Festabend der Flatower mit den Gästen, auch eine Abordnung des 6. Zuges des Gifhorner Bürgerschützenkorps, die uns immer beim Heimattreffen unterstützen, war gekommen, klang erst gegen Mitternacht aus.

 

Nach den Gottesdiensten am Sonntagmorgen in den Kirchen St. Alfrid (kath.) und St. Nicolai (ev.) gab es noch eine kurze Manöverkritik im Gifhorner Brauhaus bevor dann wieder der Heimweg angetreten wurde.

 

Gewählt wurde auch noch, und zwar standen bei der Flatower Vereinigung nach 4 Jahren wieder Neuwahlen an (der Heimatkreistag wird in zwei Jahren beim nächsten Patenschaftstreffen neu gewählt).