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27. Flatower Heimattreffen in Gifhorn

Zum 27. Mal trafen sich Heimatfreunde, Gäste aus nah und fern vom 18. -20. Mai traditionell wieder in der Patenstadt Gifhorn. Die Patenschaft mit dem Landkreis Gifhorn besteht seit 1955 und ist, wie auch dieses Treffen zeigte, nach wie vor mit Leben erfüllt. Der Sitzung des Heimatkreisausschusses, bei dem noch letzte Aufgaben verteilt werden mussten, folgte eine Sitzung der Flatower Vereinigung e. V. auf der die Neuwahl des Vorstandes anstand. Ergebnis: Allen bisherigen Vorstandsmitgliedern wurde erneut das Vertrauen ausgesprochen. Vorsitzender für die nächsten vier Jahre bleibt Günter Stelte. Daran schlossen sich erste Begegnungen am Freitagabend im Bürgerschützensaal bei Plausch und Tanz, begleitet durch einen Alleinunterhalter, an. Der Sonnabend begann dann   mit einem Empfang beim Bürgermeister im Gifhorner Rathaus. Wer wollte, bummelte auch über den Gifhorner Markt oder suchte das weit über seine Grenzen bekannte Internationale Mühlenmuseum unweit des Schlosses auf.

 Anschließend konnte Landrätin Marion Lau bei der nunmehr zum zweiten Male im Rittersaal des Schlosses und wieder am Sonnabend  durchgeführten Feierstunde neben vielen 'Gästen aus dem politischen Leben und Flatower Landsleuten auch den heutigen Flatower Landrat Dr. Miroslaw Jaskolski sowie Bürgermeister Stanislaw Welniak und den Vorsitzenden der Deutsch-Sozialkulturellen-Gesellschaft Schneidemühl, Ortsgruppe Flatow, Herrn Klemens Mrela mit Mitgliedern und weiteren Bürgern aus dem Landkreis (u. a. aus Krummenfließ und Linde) begrüßen. Sie hob die langjährige Verbundenheit mit dem Heimatkreis, aber auch die seit vier Jahren bestehende Partnerschaft zwischen dem Landkreis Gifhorn und dem heutigen Landkreis Flatow '(Zlotow) hervor, die mit Leben erfüllt worden sei.Neben Jugendaustauschen gebe es gegenseitige Begegnungen auf sportlicher, beruflicher wie kultureller Ebene.

In der Feierstunde hieß HKA-Vorsitzender Rolf-Peter Wachholz alle Gäste herzlich willkommen. Den weitesten 'Weg hatten Heimatfreunde aus den USA genommen. Rudi F. Saenger kam aus Washington D. C.. Saenger, gebürtig aus 'Flatow, Abbau, war beim Einmarsch der sowjetischen Armee in Flatow 13 Jahre alt. Nach einem Lageraufenthalt wanderte er 1950 in die Vereinigten Staaten aus. Er hatte über seine Cousine in Wolfsburg und das Internet vom Treffen gehört und sich erstmals auf den Weg gemacht.

Wachholz begrüsste besonders den Altbürgermeister von Gifhorn, Herbert Trautmann ( 94 jahre alt !) und den ehemaligen Oberkreisdirektor Dr. Klaus Lembke sowie den Vorsitzenden des neugegründeten Dt.-Polnischen Freundeskreises aus Gifhorn Ersten Kreisrat a. 'D. Gero Wangerin sowie wie Gäste aus Flatow. Landrat Dr. Jaskolski wie Bürgermeister Welniak hieß er auf polnisch zum Patentreffen willkommen und bedankte sich ncohmals für die Einladung zur Teilnahme an der konstituierenden Sitzung des Kreistages in 'Flatow im März 2007 (die PZ berichtete darüber). Wachholz betonte vor über 200 Gästen, die allein an der Feierstunde teilnahmen, daß die Heimattreffen auch heute noch ein verbindendes Band darstellten und zur Völkerverständigung beitrügen. Die Bilder von Krieg, Flucht und Vertreibung dürften sich nicht wiederholen. Es gelte gleichzeitig Brücken zu bauen von der Vergangenheit in die Zukunft. Wichtig sei, das kulturelle Erbe weiterzugeben, aufzuschreiben und sich dem offenen 'Dialog zu stellen. Wachholz dankte alle ehrenamtlich Tätigen und erklärte angesichts des breiten Zuspruches, daß der Gedanke der Heimattreffen es verdiene, fortgeführt zu werden. Er schloss mit einem Zitat aus den Heimatpolitischen Leitsätzen der Pommern aus dem Jahre 1998, in denen es u. a. heißt, "daß es als unsere Aufgabe erachtet wird, mit den nachfolgenden Generationen in einem wohlverstandenen europäischen Geist zu einem neuen Miteinander mit den Menschen unseres polnischen Nachbarvolkes zu gelangen".Landrat Dr. Jaskolski antwortete, unterstützt gedolmetscht vom Kulturreferenten Johannes Schley, daß das gegenseitige Kennenlernen, vor allem der Bevölkerung und Jugend wichtig sei und lud alle Anwesenden ein, das immer schöner werdende Flatower Land zu besuchen.

Anschließend hielt der Gifhorner Bürgermeister Manfred Birth den Festvortrag.(Die angefragte MdB und Mitglied des Bundesvorstandes der Pommerschen Landsmannschaft Susanne Jaffke hatte aus terminlichen Gründen absagen müssen). Birth, selbst gebürtiger Ostpreuße, hob die Leistung der Vertriebenen beim Wiederaufbau der Bundesrepublik Deutschland und die Leistung des Landkreises und der Stadt Gifhorn sowie des Heimatkreises im Zusammenhang mit der Patenschaft ausdrücklich hervor. Der frühere Gifhorner Oberkreisdirektor Dr. Friedrich Ackmann, Landrat aus dem ehemaligen Landkreis Flatow habe richtig gehandelt, in dem er den Flatowern mit dem Patenkreis im gewissen Sinne eine "Ersatzheimat" schaffte. Der Bürgermeister beendete seine Ausführungen mit dem Appell:"Wir behalten unsere Heimat im Herzen. Aber wir akzeptieren die Realitäten der Gegenwart und arbeiten für eine völkerverbindende Zukunft in Frieden, Freiheit und Freundschaft. Wir haben den Gestaltungsraum, vieles auf friedlichem  und freundschaftlichem Wege zu verändern, damit Zufriedenheit für alle Menschen erreicht wird."

Anschließend sprach Superintendent Michael Thiel aus Gifhorn Worte der Besinnung und des Gedenkens an die Toten, insbesondere derer, die durch Krieg, Flucht und Vertreibung um Leben kamen. Die Feierstunde endete mit dem Pommernlied und der dritten Strophe des Deutschlandliedes. Im Anschluss daran wurde unter Beteiligung der Gäste in der Gifhorner Schloßkapelle an der Glocke der Kirche von Tarnowke aus dem Jahre 1728, die bereits zur Einschmelzung auf einem Hamburger Glockenfriedhof gelagert wurde und nach weiteren Stationen im Schwarzwald, Mannheim und im Odenwald hier nunmehr ihren Platz fand, ein Kranz durch die Landrätin Frau Lau, den HKA-Vorsitzenden Wachholz, Landrat Dr. Jaskolski, Bürgermeister Welniak und Klemens Mrela niedergelegt und aller Toten gedacht. Die Feierstunde wurde von Schülern der Kreismusikschule Gifhorn unter viel Beifall mit Harfenklang umrahmt

Die drei Tage des Heimattreffens waren ausgefüllt mit vielen Begegnungen. Die ältesten Teilnehmer waren über 85 Jahre alt (!).

 Neue Heimatfreunde, die auf der Suche nach den Spuren der Vorfahren waren, konnten entdeckt werden. Auch die eine oder andere Frage nach Zeitzeugen und Begebenheiten konnte erfolgreich zum Abschluss gebracht werden Bei Musik, Schießen, beim Tanz oder auch an den traditionellen Tischen der Orte des Heimatkreises wurden Gedanken ausgetauscht.

Einen Höhepunkt des festlichen Abends mit Tanz bildete die Proklamation des Flatower Schützenkönigs mit seinem Gefolge sowie dem Sieger des Flatowpokals. Der bisherige König Günter Stelte musste die Königskette an Gunter Wachholz (Vater/Großeltern Lanken abgeben. 1. Andermann wurde Werner Bublitz (Linde), 2. Anderfrau Monika Bublitz (Linde). Sieger des Flatowpokals wurde Wilfried Wollschläger (Ruden). Neun weitere Pokale gingen an Monika Bublitz, Rolf-Peter Wachholz, Gerhard Byzio, Ehrhardt Juhnke, Dieter Sengpiel, Herbert Sperber, Gunter Wachholz, Nobert Manske und Werner Bublitz. 

HKA-Vorsitzender Wachholz    dankte dem  6. Zug des Bürgerschützenkorps unter Gerd Byzio für die Unterstützung und Verbundenheit. Dank sprach er mit einem Blumenstrauß auch Maria Meinecke vom Landkreis Gifhorn aus, die für den Heimatkreis in vielen Belangen erste unmittelbare Anlaufstelle ist. Das Treffen klang mit Gottesdiensten in der katholischen Kirche St. Alfried sowie in den evangelischen Kirche St. Nicolai und einer abschließenden Begegnung im 'Bürgerschützensaal aus. Vorsitzender Wachholz dankte auch im Namen des Heimatkreisbearbeiters (HKB) Karl-Friedrich Dobberstein allen Helfern und Spendern. Die Resonanz sei äußerst positiv gewesen. Alle wollten, soweit es die Gesundheit zulasse, wiederkommen. Für die die nicht teilnehmen konnten, versprach Wachholz:"Wir werden darüber berichten, in den Medien und im Internet."

Auf Wiedersehen spätestens in zwei Jahren in Gifhorn!   

 

Rolf-Peter Wachholz im Mai 2007

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