Heimatkreis Flatow   /    Flatower Vereinigung

 

Home
Nach oben
Grusswort-Gifhorn
Partnerschaft Gifhorn-Zlotow
Patenkreis

Gifhorn und die Flatower Kreistreifen

Nachdem sich im Jahre 1955 der Landkreis Gifhorn vorgenommen hatte, dem Beispiel anderer Landkreise folgend, die Patenschaft eines ostdeutschen Kreises zu übernehmen, beschloß der Kreistag auf Vorschlag des Oberkreisdirektors Dr. Ackmann, die Patenschaft über den Landkreis Flatow zu übernehmen. Außerdem wur­de der Beschluß gefaßt, in der Schloßkapelle ein Ehrenmal für die Gefallenen des Kreises Flatow zu errichten.

 Stadt und Kreis Gifhorn sind seitdem auch vielen Flatowern ein Begriff geworden. In einer Größe von rund 150000 Hektar liegt der Kreis zwischen Braunschweig und dem Südrand der Lüneburger Heide, durchflossen von Ost nach West durch den Lauf der Aller. Auch heute noch überwiegend ein Raum land- und forstwirtschaftlicher Nutzung, kann der Kreis als das Vorfeld des Industriegebietes Südost-Niedersachsens betrachtet werden, das durch die Namen Wolfsburg, Helmstedt, Braunschweig, Salzgitter und Peine umschrieben wird. Die Stadt Gifhorn hat durch die Niederlassung der Industrie nach dem Kriege, insbesondere der Teves-Werke, des größten europäischen Herstellers von Bremsen für Kraftfahrzeuge, einen raschen Aufschwung erlebt. Dazu hat nicht wenig die Tatsache beigetragen, daß durch die Ansiedlung von Heimatvertriebenen die Bevölkerungszahl des Kreises sich nach dem Kriege annähernd verdoppelte. Nach Osten fällt die Kreisgrenze auf einer Länge von 40 km mit der Zonengrenze gegenüber den altmärkischen Kreisen Salzwedel, Klötze und Gardelegen zusammen. Trotz der Bevölkerungszunahme bietet der Kreis dem Naturfreund und Wanderer große unberührte Erholungsgebiete in Wald, Heide und anmutigen Flußtälern.

 Das Schloß in Gifhorn und das Zisterzienserkloster in Hankensbüttel sind bemerkenswerte Baudenkmäler. Fallersleben, die Geburtsstadt Heinrich Hoffmanns von Fallersleben, ist durch seine heilenden Schwefelquellen bekannt geworden. Für die Gesamtwirtschaft sind von Bedeutung Zuckerfabriken, Konservenfabriken, die Wittinger Brauerei und Spanplattenwerke in Triangel. Manches Landschaftsbild wird den Grenzmärker an seine ostdeutsche Heimat erinnern.

 

Heimattreffen 1955, Schlosshof, Gifhorn

 Zehn Jahre nach Beendigung des Krieges, Pfingsten 1955, fand das erste Flatower Kreistreffen statt. Dieses erste Zusammensein, an dem sich damals über 2000 Flatower in Gifhorn trafen, wird wohl allen Beteiligten unvergeßlich sein. Es war der glückliche Beginn einer dauernden Freundschaft der Flatower Heimatgemeinde mit einem niedersächsischen Landkreis.

 Nach einem Begrüßungsabend am l. Pfingsttag begann am 2. Feiertag das Treffen mit einem Gottesdienst, den Pfarrer Jung-Krojanke hielt. Der Predigt lag der Text Joh. 14 „Liebt Ihr mich, so haltet meine Gebote" zugrunde. Anschließend sammelten sich die Landsleute im Hof des Gifhorner Schlosses vor der Schloßkapelle zur Weihe der Gedenktafel, die im Innenraum an der Westwand eingelassen ist. Sie trägt die Inschrift: „Zum Gedenken der Gefallenen und auf der Flucht Verstorbenen des Kreises Flatow, Grenzmark Posen-Westpreußen." Die Inschrift krönen das Kreuz, der preußische Adler und der welfische Löwe. Dr. Ackmann übergab die Tafel mit folgenden Worten: „Die Gräber derer, denen diese Tafel gewidmet ist, kennen wir nicht. In der Erinnerung an ihr Schicksal will uns tiefe Trauer überfallen, so wie ein Dichterwort es aussagt: ,Ein ruheloser Gang war unser Leben und, wie des Windes Brausen rasch verweht, durchzogen wir die kampfumtobte Erde.  Dieses Mal trägt das Zeichen des Kreuzes, das Zeichen des Todes und der Vergänglichkeit, dem Christen aber das Zeichen des Trostes, der Hoffnung und der Verheißung. Neben dem welfischen Löwen steht der preußische Adler, der einst, so hoffen wir fest, wieder das Wappen eines freien und wiedervereinigten Deutschlands sein wird." Rektor Splittstösser-Krojanke hielt die Gedenkrede. Darin sagte er: „Heimat ist Schicksal. Wir sind Fahrensleute des Lebens geworden, die nun in Gifhorn durch die Patenschaft des Kreises einen Hafen gefunden haben." Er schloß mit den Worten Ernst-Moritz Arndts: „Du mußt dein Land lieb haben, denn du bist ein Mensch und sollst nicht vergessen."

In der Feierstunde des Nachmittags sprach Heimatkreisbearbeiter F. J. von Wilckens den Dank der Landsleute aus. Im Gifhorner Schützenhaus vereinte ein festlicher Abend die Landsleute mit den Gifhorner Gastgebern. Seitdem hat Gifhorn alle zwei Jahre zu Pfingsten die Flatower Heimatgemeinde vereint. Der Ablauf des Kreistreffens ist in seinem Programm seitdem fast unverändert geblieben.Die Gedenkreden am Ehrenmal hielten: 1957 Wolfgang Bahr, 1959 Paul Wilke, 1961 Karlheinz Wachholz, 1963 Wolfgang Bahr, 196.5 Wilhelm Freiherr Knigge, 1967 Hanns Bohn, 1969 Paul Wilke.

Möchten die Kreistreffen in Gifhorn auch in Zukunft die Heimatgemeinde der Flatower ständig vereinen!