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Kreis Flatow

Auf den Spuren der Vorfahren

Erster Heimatbesuch des Flatower HKA

Wahrend des Patenschaftstreffens in Gifhorn gratulierte der dort auch anwesende Landrat von Zlotow (Flatow) Dr. M. Jaskolski unserem neu gewählten Heimatkreis-Ausschussvorsitzenden Landsmann Rolf-Peter Wachholz zu seiner Wahl und lud ihn gleichzeitig zu einem Besuch in die alte Heimat ein. In der 38. Woche fuhren R. P. Wachholz und der Verfasser dieses Artikels in den Kreis Flatow, Rolf-Peter Wachholz zum ersten Mal seiner dort seit mehr als vor 250 Jahren bis 1945 in Lanken ansässig ge­wesenen Vorfahren. Die Leser der Flatower Heimatliteratur ken­nen den Namen Wachholz - früher Gastwirte in Lanken, aus zahlreichen Artikeln, die der Vater des neu gewählten HKA Karl Heinz Wachholz als Kulturreferent des Heimatkreises geschrieben hat.

Begrüßt wurden wir am Sonntag den 17. September vom Land­rat Dr. Jaskolski und dem Kreisdezernenten für Schulwesen, Herrn Krysinski. Auch der Vorsitzende der Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaft Landsmn. K. Mrela kam zur Begrüßung, um gemeinsam das Besuchsprogramm zu besprechen.

 

 Am Montag Vormittag hatten wir die Gelegenheit, die Stadtbücherei und die Vorsitzende des Heimatvereins Kraina - Verein zur Förderung der Deutsch-Polni­schen Zusammen­arbeit, Frau Zofia Nowecka im Rat­haus zu besuchen. Mit einer kleinen Bücherspende (übrigens wird sol­che auch gern von anderen Besuchern entgegen genommen) ergänzten wir den noch spärlich vorhandenen deutschen Bücherbestand in der Stadtbücherei.

 Am Nachmittag fand im Konferenzsaal der PEKAO-Bank das Treffen mit dem Landrat, dem Schuldezernenten und einigen ge­ladenen Gästen aus der deutschen Volksgruppe statt. Zu Beginn des Treffens zeigte der Schuldezernent in einer Dia-Schau den Stand der Zusammenarbeit der Landkreise Gifhorn und Zlotow. Anknüpfend daran begrüßte uns Landrat Dr. Jaskolski, wobei er auch erwähnte, dass die heutige Jugend beider Völker in Freund­schaft und Toleranz zum Nutzen beider Völker erzogen werde. Erfreulich sei auch die aktive Teilnahme der Jugend beider Land­kreise an der Zusammenarbeit.

Rückblickend auf unser Patenschafts treffen in Gilhorn sagte er: „Ich freute mich über den von mir dort erfahrenen herzlichen Empfang, als ich bei den ehemaligen Flatowern verweilte, glaubte ich zu meinen, ich wäre hier in Zlotow unter meinen eigenen Landsleuten".

Heimatfreund Wachholz dankte in seiner Ansprache für den herzlichen Empfang hier in der alten Heimat, die er ja zum ersten Mal besuche. Besonders hob er hervor, dass er nach Durchfahrt vieler Städte angenehm überrascht beim Passieren der Flatower Stadtgrenze war. „In Flatow wird überall restauriert und modernisiert". Es ist eine schöne Stadt, deren Verwaltung wohl eine glückliche Hand bei der Ausübung ihrer Akti­vitäten hat.

 Er dankte dem Landrat wie auch dem Bürgermeister St. Welniak für ihre Teilnahme an unserem Patenschaftstreffen und für die Einladung in die Heimat seiner Eltern und Großeltern. Der Deutschen Sozial-kulturellen Gesellschaft (DSKG) dankte er für ihre Rolle bei der Verständigung zwischen Polen und Deutschen. Als Aufgabe der Landkreise Gifhorn, Zlotow, dem Heimatkreis Flatow und der Dt. S.K. G. bezeichnete er die im zusammenwachsenden Europa erforderliche Partnerschaft. Die anwesen­den Reporter der Aktualnosci Lokalne und Gazeta Poznanska berichteten positiv über dieses Treffen und auch darüber, dass R.P. Wachholz dem Land rat als Gastgeschenk den Bildband „Das Flatower Land" überreichte.

 Am zweiten Tag unseres Besuches zeigte uns der stellvertretende Landrat Herr R. Golawski etliche Sehenswürdigkeiten wie das Kulturhaus in Linde, die Gemeindeverwaltung Linde, den Götzendorfpark in Marienbuchen, wie auch einen renaturierten Teich in Groß-Butzig. Höhepunkt dieses Tages war jedoch der gemeinsame Besuch im Elternhaus unseres HKA in Lanken, in dem immer noch ein Kolonialwarengeschäft existiert, der ehemalige Tanzsaal wurde zum Betsaal umgestaltet.

 

 Am nächsten Morgen fuhren wir nochmals nach Lanken, um dort zwei verbliebene Altlankener zu treffen. Es gab genug vom alten Lanken zu berichten, zumal der HKA einen Dorfplan mit Eigentümereintragungen aus der Zeit vor der Flucht mitgebracht hatte.

Zu Mittag trafen wir uns dann mit Bürgermeister St. Welniak, dieser berichtete über die Stadtentwicklung in der letzten Zeit vor unserem Besuch. Die Stadt Flatow hat z. Zt. fast 20.000 Einwohner, erfreulicherweise sank die Arbeitslosenquote von 17 auf 11%, er verschwieg uns allerdings, dass Flatow die sparsamste Stadtverwaltung gleich großer Städte hat und auch in Sachen Umweltschutz führend in der Wojewodschaft Posen steht.

 Den späten Nachmittag nutzten wir, um das vom Kreis Flatow abgetrennte Dorf Grunau zu besuchen, eine Rückfahrt durch den Wittkauer Wald rundete das Bild ab.

 Am letzten Besuchstag besichtigten wir noch die Pfarrkirche in Buschdorf, die zerfallende Pfarrkirche in Königsdorf und den stillgelegten Flugplatz Linde.

 Ein Besuch bei dem gebürtigen Lankener Herrn B. Niedela erinnerte uns an alte Zeiten in diesem Dorf.

Er kannte noch die Tante unseres HIKA, die wie er sagte, so manchen Abend mit einem Kahn auf den See hinausruderte, um durch ihr Spiel auf dem Schifferklavier die Dorfbewohner zu er­freuen. Er selbst, von Beruf Brenner in Lanken, bot uns dann auch verschiedene „geistige Stärkungen" an, von denen wir als Autofahrer nur begrenzt kosten konnten.

Der Besuch bei Herrn Niedela war für uns eine große Informationsbereicherung, leider zu kurz, der Abschied war dann auch recht herzlich.

Am Nachmittag waren wir dann zum Abschied im Landratsamt von unseren Gastgebern geladen worden.

Die Aufnahme und die Unterstützung unserer Gastgeber waren hervorragend. Dabei reichte die Zeit nicht aus, alle Sehenswür­digkeiten im Landkreis zu besuchen. Wir bedanken uns wie schon während des Abschieds nochmals bei Landrat Dr. Jaskolski und seinen uns betreuenden Mitarbeitern für die herzliche und gastfreundliche Aufnahme und die Möglichkeit, die Heimat der Vorfahren so intensiv zu erleben.

J. Schley